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Home » News » Endokrine Orbitopathie (EO): Ein Endokrinologe stellt die Autoimmunerkrankung vor
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Der Endokrinologe Prof. Dr. med. Jan Krützfeldt zeigt Symptome, Ursachen, Risikofaktoren und Therapien der endokrinen Orbitopathie (EO) auf.

Prof. Dr. med. Jan Krützfeldt
Leitender Oberarzt an der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung am Universitätsspital Zürich (USZ)

Prof. Dr. med. Jan Krützfeldt

© ZVG

Leitender Oberarzt an der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung am Universitätsspital Zürich (USZ)

Endokrine Orbitopathie – womit bekommen es Betroffene zu tun? 

Diese Autoimmunerkrankung spielt sich hinter dem Augapfel in der Augenhöhle ab. Dort kommt es zu einer Entzündung, die Augenmuskeln, Bindegewebe und schliesslich auch Gewebe ums Auge herum beeinträchtigen kann – sowohl einseitig als auch beidseitig. Es kommt zu Wassereinlagerungen und Schwellungen, die den Sitz des Augapfels in der Augenhöhle verändern und schlimmstenfalls den Sehnerv schädigen können. 

Wen trifft eine EO?

Die endokrine Orbitopathie tritt meist gemeinsam mit einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse auf, dem Morbus Basedow. An diesem leidet bis zu einem Prozent der Bevölkerung, vor allem Frauen sind betroffen. Ein Drittel bis ein Viertel der Morbus-Basedow-Betroffenen entwickelt eine EO, wobei diese grundsätzlich jede:n treffen kann.

Wie verläuft eine endokrine Orbitopathie?

Etwa 80 Prozent der Betroffenen erleben einen milden Verlauf. Die Anzeichen der Erkrankung heilen bei ihnen meist mit unterstützenden Massnahmen vollständig ab, was allerdings mehrere Monate dauern kann. Bei schweren Verläufen ist eine Behandlung vonnöten – je eher diese beginnt, desto besser. 

Wie zeigt sich die Erkrankung?

Dies ist bei allen Patient:innen verschieden. Die für die EO typischen Anzeichen ähneln anfangs oft denen einer allergischen Reaktion – die Augenlider sind nach dem Erwachen gerötet, geschwollen, brennen und tränen. Auch ein «kratziges» Gefühl beklagen Betroffene oft. Manche spüren hinter dem Auge muskelkaterähnlichen Druck und/oder Schmerz, insbesondere beim Augenbewegen. In schwereren Fällen kommt es zu Doppelbildern oder einem eingeschränkten Sichtfeld. Die Zeitung lässt sich plötzlich nicht mehr aus dem gewohnten Blickwinkel lesen. Das geschwollene Bindegewebe kann das Auge aus der Höhle drücken (sogenannte basedowsche Augen). Drückt es auf den Sehnerv, ist das Augenlicht in Gefahr. Wer einen Morbus Basedow hat, sollte deshalb bei solchen Anzeichen sofort die Fachärztin oder den Facharzt aufsuchen.

Wie lässt sich eine EO behandeln?

Ein geschwollenes Lid lässt das Auge eher austrocknen. Dagegen helfen Augentropfen, nachts auch eine Salbe. Bei schwereren Entzündungen kommen entzündungshemmende Mittel zum Einsatz, zum Beispiel mit hoch dosiertem Kortison. Schlägt das nicht wie erhofft an, kommen andere Immunsuppressiva oder eine Bestrahlung zum Einsatz, die die Autoimmunreaktion des Körpers unterdrücken. Leider gibt es immer wieder Fälle, bei denen die aktuell zur Verfügung stehenden Medikamente keinen ausreichenden Effekt zeigen. Sehr selten ist der Verlauf so schwer, dass ein chirurgischer Eingriff nötig ist, um dem Auge wieder Platz in der Augenhöhle zu verschaffen.

Lässt sich der Verlauf einer EO beeinflussen? 

Rauchen, auch Passivrauchen, sollte man gegebenenfalls lassen, denn Rauchende haben ein achtmal höheres Erkrankungsrisiko als Nichtrauchende. Zudem sollte man darauf achten, dass die Schilddrüsenfunktion gut eingestellt ist. Laut einer Studie wirkt auch eine Selenkur gut vorbeugend.

Im Volksmund heisst es, dass man Wertvolles «wie seinen Augapfel hütet». Was macht es mit Betroffenen, wenn ebendieser Schatz unter der EO leidet?

Die EO verursacht rasch hohen Leidensdruck, denn sie beeinträchtigt die Funktionalität des Auges, das eines unserer wichtigsten Kommunikationsmittel ist. Schlimmstenfalls verändert die Krankheit die Gesichtszüge. Betroffene ziehen sich dann oft aus dem Alltag heraus. Sie leiden nicht nur physisch, sondern auch psychisch. Wem es so geht, die/der sollte auch darüber mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen, um Unterstützung zu finden.

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